Video Zukunftskongress 2019

Danke an Niklas Höfler für das Erstellen unseres Ankündigungsvideos zum Kongress!

News zum Thema Mobilitätswende

Aktuell überschlagen sich die Nachrichten zum Thema Mobilitätswende auf dem Automarkt (25.03.2019).

 

Nachdem der Vorstand von Daimler und BMW über ihre geplante Zusammenarbeit in den Bereichen Car Sharing, autonomes Fahren, Mobilitätsplattformen, Fahrserviceleistungen, Parkplatz-Apps und Lade-Infrastruktur für E-Fahrzeuge informiert haben, berichtet die Süddeutsche Zeitung am 18. März über ein "vertrauliches Papier" von VW-Chef Diess mit vehementen Forderungen an die Bundesregierung, die Förderung von anderen Antriebsarten wie dem Hybrid-Antrieb (klassisches Segment der Konkurrenten Daimler und BMW) zu verringern und dafür günstige Fahrzeuge mit reinem Elektroantrieb deutlich stärker zu fördern. Ebenso überraschte der VW-Chef mit der Forderung nach kostenlosem Stromtanken für Geringverdiener. VW hatte zuvor auf dem Genfer Autosalon anfang März eine Kooperation mit dem Start-up e.Go, des durch den Streetscooter (heute Deutsche Post) bekannt gewordenen Aachener Universitätsprofessors Günther Schuh lanciert, welches Elektroautos für das untere Preissegment auf den Markt bringen will. Auch der Modulare E-Antriebs-Baukasten (MEB) von VW soll hierbei genutzt und für weitere Fahrzeughersteller geöffnet werden, so VW-Chef Diess. BMW und Daimler hingegen kündigten in Kooperation eigene Baukästen für E-Mobile mit dem "internen Arbeitstitel" MX-1 (für kleinere Modelle) und MX-2 (für größere Fahrzeuge) an.

 

Nach tagelangem öffentlichem Schlagabtausch einigten sich die Chefs der Autoriesen Daimler (Dieter Zetsche), BMW (Harald Krüger) und VW (Herbert Diess) unter Leitung des Vorsitzenden des Verbands der Deutschen Automobilindustrie (Bernhard Mattes) durch ein wie es laut VDA-Sprecher hieß "kurzes, sehr konstruktives und gutes Gespräch" in einer Telefonkonferenz auch flux auf eine zumindest vorerst wieder gemeinsame Linie gegenüber der Politik. Kurz darauf verkündet VW, dass es sich mit Partnern aus sieben europäischen Ländern zu der sogenannten "European Battery Union" zusammengeschlossen habe, um die europäische Batteriezellenforschung voranzutreiben.

 

Wiederum zeitgleich berichtet das Manager Magazin laut der Plattform ecomento.de, dass auch Daimler und BMW, die sonst eher im hochpreisigen Segment ihre Absatzmärkte suchen, einen reinen Stromer für unter 30.000 Euro gemeinsam bauen und auf den Markt bringen wollen: Den "i2".

 

Es scheint, als käme nach Jahrzehnten des weitgehenden Stillstands auf dem deutschen Automarkt und dem Festhalten an der lange Zeit gemeinsamen Strategie der großen Autobauer, immer PS-stärkere Verbrenner-Motoren in immer größeren SUV-Fahrzeugen auf den Markt zu bringen, endlich Bewegung in das Thema Abgasreduktion durch Mobilität auf Deutschlands Straßen. Ob und wie schnell sich diese seit Jahrzehnten verschlafenen Entwicklungen auf dem deutschen Automarkt noch rechtzeitig aufholen lassen, um die Klimaschutzziele der europäischen Rahmenvereinbarung (Senkung der Klimakiller-Gase um 40% im Vergleich zu 1990), geschweige denn jene des von der Bundesregierung 2016 verabschiedeten Klimaschutzplans 2050 (Reduktion der Treibhausgasemissionen um mind. 55% im Vergleich zu 1990) bis 2030 noch zu erreichen, bleibt allerdings fraglich. Ein Schritt in die richtige Richtung dürften diese Entwicklungen darstellen. Sicher ist: Der Konkurrenzkampf der großen Autobauer in Sachen E-Mobiltiät hat nun an Fahrt aufgenommen. Dass dies auch für den Klimaschutz gilt, kann man nur hoffen.